Blog Entrag vom 02.05.2010

Dell Mini 10v mit OSX

Windows
Ich habe mir seit Jahren mal wieder einen Windows-Rechner gekauft. Genau genommen einen Dell Mini 10v aus der Inspiron mini Serie. Also ein Netbook, mit Atom-Prozessor und Windows 7 Home Starter drauf. Ich habe den aus einem bestimmten Grund gekauft, und das war sicherlich nicht Windows. Trotzdem wollte ich eigentlich mal ein bisschen mit Windows 7 spielen… Eigentlich!

Es hat ziemlich genau eine Woche gedauert, bis der Dell Mini 10v bei mir angekommen ist. Ich habe ihn ausgepackt, und eingeschaltet. Sofort hat die Ersteinrichtung von Windows 7 Home Starter begonnen. Ich bin genau so weit gekommen, bis ich irgendwelche Lizenzen bestätigen sollte. Da ich weder Lust zum lesen, noch zum blinden bestätigen hatte, habe ich den Dell hier einfach ausgeschaltet.

Installation
Meine Experimente mit Windows 7 waren damit frühzeitig abgeschlossen! Statt mich also mit einem komischen Windows rum zu ärgern, bin ich dann lieber zu meinem iMac gegangen. Dort habe ich meine original Snow Leopard OSX DVD eingelesen und diese auf meinen 8GB USB-Stick wiederhergestellt. Wichtig war an der Stelle nur, dass bei der Partition für den USB-Stick der veraltete Master Boot Record in den Optionen eingestellt wird. Mit dem Standard GUID kann der kleine Dell Mini 10v nichts anfangen!

Bevor ich dann den USB-Stick zum booten nutzen konnte, musste ich noch den NetbookBootMaker ausführen. Dieser installiert auf dem USB-Stick zusätzliche Treiber, damit von dem Netbook erfolgreich gebootet werden kann und die eingebaute Hardware richtig verwendet werden kann.

Nun konnte ich mich wieder dem Dell Mini 10v zuwenden. Ich musste im Bios noch die Bootreihenfolge ändern, so dass erst von USB gebootet wird, was dann auch sofort geklappt hat. Jedoch konnte ich die Installation von OSX erst starten, nachdem ich die Festplatte neu Partitioniert hatte. Diese ist ebenfalls mit einem Master Boot Record ausgestattet, und OSX lässt sich nur auf Festplatten mit GUID installieren. Durch das Partitionieren verschwand Windows endgültig und auch die Recovery-Partition ist dabei abhanden gekommen… Meiner Meinung nach war das jedoch kein großer Verlust!

Die Installation lief dann problemlos durch. Sie hat zwar ungewöhnlich lange gedauert, aber das schiebe ich mal auf den vergleichsweise langsamen Atom-Prozessor. Bevor ich abschließend nach der Installation gestartet habe, habe ich noch manuell die Netbook Tools aus den Dienstprogrammen gestartet. Ich weiß nicht, ob der Schritt notwendig ist, aber ich dachte mir, sicher ist sicher.

OSX
Nun hat der Dell Mini 10v neu gestartet… mit OSX! Das schöne ist, es hat so gut wie alles funktioniert. Die eingebaute Webcam lief, Sound, WLAN und Batterie-Anzeige waren ebenfalls kein Problem. Selbst der zusätzlich eingebaute Bluetooth-Adapter wurde anstandslos erkannt und konnte sofort genutzt werden.

Das einzige wirkliche Problem, was sich nach der Installation ergeben hat war, dass OSX nicht korrekt aus dem Standby aufgewacht ist. Doch dieses war nach einer kurzen Google Suche ebenfalls behoben. Dabei musste ich den Hibernation Modus umstellen (Im Terminal eingeben: sudo pmset hibernatemode 3), sowie im Bios den Legacy USB support deaktivieren. Schon lief das auch mit dem Standby.

So ganz perfekt ist das ganze dann aber trotzdem nicht. So ist zum Beispiel die Tastatur falsch beschriftet. Wer sich also auf einer Mac-Tastatur nicht auskennt, wird sicherlich viele Sonderzeichen suchen. Auch das Touch-Pad ist sehr gewöhnungsbedürftig.

Das schlimmste aber ist, dass das eh schon nicht sonderlich hübsche Design noch durch einige Aufkleber verschandelt wird. Oben klebten bei mir ein Intel Atom inside und ein Windows 7 Starter Aufkleber. Unten dann noch ein Lizenz-Aufkleber für Windows. Ich weiß nicht, wer auf diese dumme Idee kam, Laptops mit Aufklebern zu verschandeln, aber auf richtigen Computern, ist mir das noch nie passiert…

Hackintosh
Alles in allem bin ich mit meinem Hackintosh recht zufrieden. OSX läuft auf dem Dell Mini 10v erstaunlich gut. Das OSX-System läuft gewohnt flott, und normales Arbeiten ist problemlos möglich - dieser Artikel ist auf dem Dell Mini 10v unter OSX entstanden. Trotzdem möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass es nicht unbedingt den Lizenz-Bestimmungen von OSX entspricht, das auf den Dell Mini 10v zu installieren. Außerdem gehen bei der Installation alle Daten auf der Festplatte verloren. Selbst die Recovery-Funktion ist nicht mehr Verfügbar. Wer also wieder auf Windows umsteigen wollte, müsste von einem extern DVD-Laufwerk mit der mitgelieferten Recovery-DVD booten.

Bei mir ist scheinbar nichts kaputt gegangen, ich kann aber nichts über mögliche Langzeitschäden sagen. Sollte daher jemand Interesse haben ebenfalls OSX auf seinem Dell Mini 10v zu installieren, so geschieht das auf eigene Gefahr! Ich übernehme keine Gewähr oder ähnliches!

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Kommentare:

Am 09.07.2010 von Frank

…… Der Inhalt dieses links hat mir sehr gut gefallen, auch wegen der Sachlichkeit und weil auf die sonst uebliche Haeme in Richtung Windows verzichtet wird !!
Bin selbst seit Jahren Mac Anwender und habe ebenfalls mir vor kurzem so ein kleines Inspiron 10 Zoll netbook ( fuer unterwegs… ) mit OSX “gebastelt”. Bin hiermit riesig zufrieden…
Wuerde mich gerne mit dem Verfasser von “Dell mini 10v mit OS X” einmal austauschen…


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