Hackintosh die 2. - Desktop-Rechner
Nachdem der erste Versuch, mit einem Hackintosh, doch relativ zufriedenstellend war, habe ich mich entschlossen, das ganze noch einmal zu wagen. Diesmal sollte aber kein mobiler Rechner bei raus kommen, sondern ein leistungsfähiges Desktop-System.
Die Hackintosh Hardware
Mit anderer Zielsetzung ging es also als erstes daran, die einzelnen Komponenten zusammen zu suchen. Der Rechner sollte dabei, mit möglichst geringem Aufwand an manueller Nachbearbeitung, möglichst gut laufen. Ich hatte mich daher schließlich für folgende Komponenten entschlossen:
- Gigabyte GA-P55M-UD4
- Intel Core i7-860
- ECO Series F3-12800CL7D-4GBECO - 4 GB RAM
- EVGA nVidia e-GeForce 9800GT Grafikkarte 1GB
- be quiet BN122 Straight Power 580W Netzteil
- Sony AD7243S DVW Optiarc SATA LbF AD7243S
- Samsung Spinpoint F3 HD103SJ 1TB
- Cooler Master Elite 360 Gehäuse
- D-Link DWL-G122 Wireless LAN USB
Komplettiert wird das ganze durch einen Full-HD Monitor von Samsung.
Die einzelnen Komponenten kann man alle bei Amazon bestellen. Leider kommen viele aus dem Marketplace. Desweiteren hatte ich einzelne Komponenten in anderen Online-Shop gekauft, da die Preise teilweise deutlich günstiger, als bei Amazon, waren.
Nachdem alle Teile geliefert wurden, konnte ich das ganze relativ einfach zusammen setzen. Wer ein bisschen Ahnung von PC-Basteln hat, wird keine Probleme damit haben. Das Gehäuse ist nicht das größte, und daher wird das ganze etwas fummelig, sobald das Netzteil eingebaut ist. Ich hatte daher irgendwann das Netzteil wieder raus genommen, und erst alle anderen Teile zusammengebaut und angeschlossen, bevor ich das Netzteil wieder eingebaut habe, und alles mit Strom versorgt habe.
BIOS vorbereiten
Nachdem die Hardware-Teile zusammen gesetzt waren, wollte ich eigentlich gleich OS X installieren. Bevor ich damit aber wirklich loslegen konnte, musste ich das BIOS noch aktualisieren. Bei mir war eine völlig veraltete Version eingespielt.
Hier war die erste wirklich Hürde zu nehmen. Die BIOS-Dateien werden von Gigabyte nur als Selbstentpackende exe-Dateien zur Verfügung gestellt. Ich hatte mir aber auch nicht die Mühe gemacht, um ein Entpacker für OSX zu finden. Ich hatte einfach Windows in VMWare gestartet, und die entpackte Datei auf einen USB Stick kopiert. Damit war dann ein Update möglich. Wer allerdings kein VMWare hat, wird wohl Probleme kriegen…
Nach dem Update sollte man noch die optimierten Default-Einstellungen laden - dazu musste ich im Hauptmenü des BIOS den Punkt Load Optimized Defaults aufrufen. Danache hatte ich noch den PCH SATA Control Mode auf AHCI umgestellt, und den HPET-Mode auf 64-bit geändern. Außerdem hatte ich bei mir noch die Legacy USB Function deaktiviert. Obwohl das bei anderen trotzdem funktionieren soll.
Snow Leopard booten
Nun war das BIOS vorbereitet. Ein Booten von der original Snow Leopard DVD war trotzdem nicht möglich. Um Snow Leopard zu starten, ist ein spezieller Boot Loader nötig. Ich hatte für meine Installation iBoot von tonymacx86 genutzt. Dazu konnte ich einfach das Archiv runter laden, und auf CD brennen. Damit klappte das dann auch mit dem Booten.
Die nächste Schwierigkeit war, dass bei mir von iBoot die USB-Tastatur nicht erkannt wurde. Damit konnte ich iBoot nicht bedienen. Ich musste erst eine alte PS/2-Tastatur aus dem Keller holen, die einwandfrei funktionierte.
Also die iBoot CD raus genommen, und die Snow Leopard DVD eingelegt. Anschließend konnte ich F5 auf der PS/2-Tastatur drücken, und die Snow Leopard DVD wurde erkannte. Mit Enter konnte nun der Boot-Vorgang gestartet werden.
Snow Leopard Installation
Der Installer von Snow Leopard wurde nun gestartet. Ich konnte dann mit dem Festplatten-Dienstprogramm die Festplatte vorbereiten, und anschließend Snow Leopard installieren. Lediglich die PS/2-Tastatur mag Snow Leopard nicht - Snow Leopard selber lässt sich scheinbar nur mit USB-Tastatur bedienen…
Der Rechner fuhr nach der Installation noch nicht hoch. Es musste erst noch mal von der iBoot CD gestartet werden. Im Start-Bildschirm von iBoot erscheint nun auch die Festplatte mit dem installierten Snow Leopard. Mit den Cursor-Tasten der PS/2-Tastatur konnte man nun die Festplatte wählen, und von dort aus Booten. Hier konnte nun Snow Leopard eingerichtet werden.
Nachdem der Benutzer eingerichtet wurde, ging es daran, das aktuelle Snow Leopard 10.6.4 auf den Rechner zu installieren. Dazu hatte ich das Combo Update runter geladen und installiert. Nach der Installation sollte aber noch nicht neu gestartet werden. Vielmehr musste noch das System mit MultiBeast vorbereitet werden.
MultiBeast
Um nun den Rechner mit dem neuen OSX richtig hoch fahren zu können, musste dieser mit MultiBeast erst konfiguriert werden. MultiBeast kann dabei eine System-Spezifische DSDT-Datei installieren. Ich hatte mir eine passende von hier für mein Motherboard raus gesucht. Diese Datei hatte ich dann als DSDT.aml auf dem Desktop abgelegt. Dort wurde sie von MultiBeast gefunden, wenn man im Programm UserDSDT anklickt.
Neben der UserDSDT hatte ich noch die System Utilities ausgewählt. Unter den Advanced Options hatte ich dann noch die LegacyHDA Audio Treiber, sowie den HDAEnabler für die ALC889a installiert. Danach hatte ich noch den Festplatten Treiber JMicron36xeSata und fakesmc ausgewählt. Zum Schluss hatte ich noch eine passende smbios.plist ausgewählt, um den Rechner als Mac Pro zu konfigurieren.
Nun brauchte MultiBeast eine Weile, bis alles installiert wurde. Danach konnte ich den Rechner das erste mal ohne die iBoot CD neu starten. Bei mir wurden nun alle Komponenten gefunden, und der Rechner war so gut wie fertig.
WLAN
Um die Installation abzuschließen musste ich noch einen passenden Treiber für den WLAN-Stick aus dem Internet ziehen. Auch wenn im Internet teilweise ein alternativer Treiber empfohlen wird, hatte ich mich für den original Treiber von D-Link entschieden. Nach der Installation funktionierte dieser einwandfrei und ich konnte keine der im Internet beschriebenen Probleme mit Verbindungen feststellen.
Der Hackintosh
Alles in allem war ich relativ überrascht, wie einfach die Installation war. Die wenigen Hürden bei der Installation ließen sich relativ einfach und zügig beheben. Ich habe mit Zusammenbau und Installation für den Rechner ca. einen halben Tag gebraucht. Ich hatte ursprünglich mit deutlich mehr Zeitaufwand und mehr Problemen gerechnet. Die vorige Recherche hat sich aber ausgezahlt, und die einzelnen Komponenten ließen sich einfach installieren.
Schlusswort
Wer selber ausprobieren möchte einen Hackintosh zu bauen, der tut das bitte auf eigene Gefahr! Was bei mir funktioniert hat, muss nicht bei jedem funktionieren. Ich möchte hier nur meine Erfahrungen schildern, und weder jemanden ermuntern, noch auffordern, das nachzuahmen. Ich übernehme keine Gewähr, Haftung oder ähnliches!