Blog Entrag vom 28.06.2010

Gedanken zum Preis von ePub-Dateien

Wie ich immer wieder feststellen muss, sind viele ePub-Dateien teurer, als die jeweiligen Druckausgaben. Die Verlage bestimmen derzeit die Preise für ePubs, und sind der Meinung, dass diese ebenfalls der Buchpreisbindung unterliegen. Ich möchte mir dazu kein Urteil erlauben, aber bin der Meinung, dass ePubs günstiger angeboten werden sollten. Nichts desto trotz bin ich gerne auch bereit für eBooks zu zahlen.

Was mich aber doch verwundert ist, das einige ePub-Varianten von Büchern teurer sind als die jeweilige Druckausgabe. Bei diesen Verlagen sollte nach meiner Information ursprünglich der Preis, der ePub-Version, dem der günstigsten Druckausgabe entsprechen. Das ist aber dann doch häufig nicht der Fall. Man bezahlt daher für weniger, ein bisschen mehr. Auch wenn das meist nur wenige Cent sind, finde ich das sehr schade, da sich so die digitalen Ausgaben wohl nicht so schnell verbreiten werden.

Begründet werden diese vier Cent mit der Buchpreisbindung, und damit dass Apple nur 99-Cent-Preise erlaubt. Unabhängig davon passiert es aber leider viel zu oft, dass ePubs nicht nur diese vermeidbaren vier Cent teurer sind. Häufig werden die Preise nach erscheinen einer Taschenbuch-Ausgabe nicht, oder nur sehr verzögert aktualisiert. Dadurch ergibt sich leider das Bild, dass viele eBooks deutlich teurer sind, als ihre jeweiligen Druckausgaben.

Bis ein Buch zum Druck geht, oder zur Produktion als ePub sind die Kosten gleich. Aber das ePub ist nach dem Produzieren beliebig reproduzierbar. Die Druckausgabe hat durch Druck, Versand, Lagerung und direkt Verkauf einen viel geringeren Gewinn, als eine digitale Variante. Und ich denke, dass der Gewinn bei Druckausgaben daher noch immer geringer ist, als bei digitalen Ausgaben, so bald diese einige tausend verkaufte Exemplare vorweisen.

Für die Kosten werden beim Nachfragen vor allem zwei Punkte verantwortlich gemacht. Das eine ist die höhere Steuer. So zahlt man auf ein eBook aktuell 19%, und auf ein normales Print-Erzeugnis nur den ermäßigten Steuersatz von 7%. Unterliegt aber ein eBook der Buchpreisbindung, so ist es ein Buch, und nach meinem Verständnis dürfte dann nur der ermäßigte Steuersatz fällig werden. Aber ich bin natürlich kein Rechtsanwalt und erlaube mir daher hier kein wirkliches Urteil…

Kommen wir nun zum zweiten Punkt: Hier werden die Kosten für das DRM als Mehrkosten für ePubs genannt. Ich denke aber, dass dieses kein gültiges Argument sein kann. Denn das DRM vieler ePubs dient ausschließlich, um den Verbraucher zu stören, aber es bietet keinen Sicherheitsgewinn, oder anderen Vorteile! Wer möchte findet im Internet sehr schnell Informationen, wie man entsprechende DRMs umgehen kann. Der sonstige Nutzen ist nicht gegeben. Aber es schränkt den ehrlichen Kunden deutlich ein. Außerdem muss ein Kunde sich die durch Sicherheitslücken aufgefallene Software Flash installieren, um die eReader Software überhaupt installieren zu können. Das eBook befindet sich dann aber noch längst nicht auf einem möglichen Lesegerät…

Somit bleibt fraglich, ob die aktuelle Preispolitik Erfolg haben wird. Ich vergleiche schon jetzt die Preise, und erwerbe selten eBooks, die teurer (auch wenn es nur wenige Cent sind) sind, als die Druckausgabe. Als Early Bird, dieser wieder neuen Branche, akzeptiere ich das in einigen wenigen Fällen noch. In einem etablierten Mark ist das aber wohl auf Dauer nicht durchsetzbar…

Auch wenn die Verlage das hier wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen, empfehle ich Ihnen, Ihre Preispolitik zu überdenken. Ein Ausreden, dass einzelne Shops nur -,99-Preise zulassen, ist für mich kein gültiges Argument ein ePub teurer als eine Druckausgabe anzubieten. Dann hat der Preis halt unter dem der Druckausgabe zu liegen. Ich greife jedenfalls immer häufiger zu digitalen Büchern, die im Preise günstiger, als die Druckausgabe sind und ignoriere Titel, die in digitaler Form teurer, als die Print-Ausgabe sind und kann auf diese Titel auf gerne vollständig verzichten.

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Kommentare:

Am 16.07.2010 von Richard K. Breuer (Homepage)

Als Verleger meiner Bücher kann ich natürlich die verschiedenen ebook-Varianten (neben epub sind da noch PDF, mobipocket und das amazon.kindle-Format) nach eigenen Gutdünken festlegen. Ich habe mir angewöhnt, die ebooks um ein Vielfaches günstiger anzubieten und glaube, dass das Argutment “Buchpreisbindung” von den Verlagen vorgeschoben wird, um eben dem pbook keine Konkurrenz zu machen.
Generell werden die Verlage den Teufel tun und ihre ebooks günstiger als die (bereits gedruckten und am Lager liegenden) pbooks anzubieten. Wenn sie es also schaffen, den Konsumenten dazu zu bringen, statt dem ebook das pbook zu ordern, freuen sich die Verlage sehr und lachen sich natürlich ins Fäustchen.

Am 17.07.2010 von Sebastian (Homepage)

Ich denke, die Verlage haben schlicht keine Ahnung, wie sie mit dem Medium Internet umgehen sollen. Sie haben den “Markt” der sich ihnen hier öffnet nicht verstanden und werden ihn auch nicht verstehen, so lange sie nicht auf die hören, an die Sie ihre Produkte verkaufen wollen.
Offensichtlich geht es aber der Branche einfach noch zu gut, als dass sie sich Gedanken darüber machen müssten. Die Verlage bleiben einfach in ihrem Trott der vergangenen 30 Jahre hängen. Irgendwann werden sie dann, genau wie die Musik-Branche, von der Realität eingeholt, und schlussendlich auf verlorenem Posten kämpfen…


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