Unterschiedliche eBook-Formate
Es gibt inzwischen eine ganze Reihe unterschiedlicher eBook-Formate. Wer sich damit nicht direkt beschäftigt, dem werden die meisten Formate wenig oder gar nichts sagen. Ich möchte daher hier kurz die gebräuchlichsten Formate vorstellen.
ePub
Den Anfang mach das ePub-Format. Bei ePub-Dateien handelt es sich im wesentlichen um ein speziell präpariertes Zip-Archiv. Dieses enthält eine besondere Signatur, und braucht einen bestimmten Aufbau. Trotzdem kann man diese Dateien mit einem guten Zip-Programm entpacken, und bekommt anschließend mehrere Dateien, und teilweise auch Verzeichnisse. Die Texte selber liegen in der Zip-Datei in HTML-Dateien, die auch jeder Browser darstellen kann. Zusätzlich gibt es in weiteren Dateien Bilder, und einige Meta-Angaben.
Bücher in ePub-Dateien werden nicht mit Layout gespeichert. Das heißt, der Text fließt immer so, wie er auf das Anzeige-Gerät passt. Text-Formatierungen und Bilder können aber dargestellt werden.
ePub ist ein unabhängiger Standard. Es gibt kein Unternehmen, das die Entwicklung kontrolliert, oder nötige Software herstellt. Die Standard-ePub-Dateien können daher mit unterschiedlicher Software erzeugt werden, und mit unterschiedlichen Programmen dargestellt werden. Viele Programme sind auch kostenlos zu erhalten.
Um das Kopieren von ePub-Dateien zu verhindern, hat Adobe ein eigenes DRM-Format entwickelt. Dieses wird in den ePub-Zip-Kontainer eingebettet. Dabei werden die einzelnen HTML-Dateien vor dem komprimieren Verschlüsselt. Die Dateien können dann zwar noch immer einfach mit einem Zip-Programm entpackt werden, können dann aber nicht gelesen werden. Dafür ist eine spezielle Software von Adobe nötig.
Der Kopierschutz von Adobe wurde inzwischen geknackt, und es gibt freie Tools im Internet, um diesen zu entfernen.
Dieses Format wurde von Adobe entwickelt. Es werden neben dem Text auch Layout-Informationen gespeichert. Dadurch erscheinen die Texte auf dem Monitor immer so, wie sie der Autor erstellt hat. Der Text passt sich nicht, wie bei ePubs, dem Lesegerät an. Es gibt zwar einige Programme, die die Darstellung auch an das Lesegerät anpassen können, nur leider funktioniert das häufig mehr schlecht als Recht.
PDF-Dateien können unterschiedliche Papier-Größen darstellen, und Bilder und Layout-Elemente erscheinen genau dort, wo sie vom Autor platziert wurden. PDF-Dateien eignen sich daher vor allem für das konservieren von Dokumenten. PDF-Dateien sind inzwischen auch ISO-Standard und werden für die Dokumenten-Archivierung und in der Druckvorstufe genutzt.
Neben den ursprünglichen Programmen von Adobe gibt es inzwischen Zahllose weitere Programme, um PDF-Dateien zu erstellen und anzuzeigen. Mac OS X bringt mit Vorschau ein eingebautes Programm mit, um PDF-Dateien anzuzeigen. Auch gibt es hier ein eingebautes Druck-Tool, um beliebige Dateien in PDFs umzuwandeln.
Mit den Tools von Adobe sind nicht nur reine Dokumente möglich, so können inzwischen auch Multimedia-Elemente, Formulare und mehr in PDF-Dateien eingebettet werden.
Um das Kopieren zu verhindern, gibt es auch für PDF-Dateien einen Kopierschutz. Auch dieser wurde bereits geknackt.
DejaVu
Bei DejaVu handelt es sich um einen reinen Bild-Kontainer. Hier können stark komprimierte Bilder in einer Serie eingebettet und dargestellt werden. Die verwendeten Komprimierungsalgorithmen eignen sich besonders für Schwarz-/Weiß-Bilder. Das Format eignet sich daher besonders für das Abspeichern von gescannten Unterlagen.
Trotz der hohen Kompression sind DejaVu-Dateien meist deutlich größer, als ePub, oder PDF-Dateien.
Ein Kopierschutz für dieses Format ist mir nicht bekannt. Das Format wird vor allem vom Internet Archive verwendet, um gescannte Antiquariat-Bücher zu archivieren.
Mobipocket
Ein echter Pionier sind die Mobipocket-Dateien. Diese gibt es schon sehr lange. In einer komprimierten Datei sind auch hier Text und Bilder möglich. Die Darstellung ist dabei ähnlich, wie bei den ePub-Dateien.
Den Mobipocket-Reader gibt es für sehr viele Plattformen. Insbesondere auch für viele PDAs und Mobil-Telefone. Dadurch hat das Format eine gewisse Verbreitung erreicht. Insbesondere Literatur im wissenschaftlichen Bereich ist in diesem Format recht weit verbreitet.
Auch für dieses Format gibt es einen DRM-Schutz. Auch dieser wurde bereits geknackt. Auch wenn das Kopieren scheinbar nicht so einfach ist, wie bei ePub- und PDF-Dateien.
Die Bücher für den Amazon Kindle verwenden ein vom Mobipocket abgeleitetes Format. Dieses soll sich nur minimal davon unterscheiden. Auch das DRM vom Kindle wurde bereits geknackt. Obwohl die Formate ähnlich sind, kann der Mobipocket-Reader keine Kindle Dateien anzeigen, und der Kindle keine verschlüsselten Mobipocket-Dateien!
Fazit & Ausblick
Neben den vorgestellten Formaten gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Formate. So findet man in illegalen Quellen auch häufig Bücher, die nicht in einem speziellen eBook-Format vorliegen, sondern als Word-, HTML- oder Text-Datei daher kommen. Im kommerziellen Bereich spielen diese Formate allerdings keine ernsthafte Rolle.
Von daher denke ich, hier kann man sich getrost auf drei gebräuchliche Formate festlegen. So wird vor allem im europäischen Raum ePub forciert. In den USA ist jedoch Amazon mit dem Kindle Marktführer, so dass vor allem dieses Format genutzt wird. Und PDF ist ein Klassiker, der auch im eBook-Bereich nicht tot zu kriegen ist und daher Weltweit eingesetzt wird.
Ich denke jedoch, dass der Format-Krieg erst jetzt richtig beginnt. Nur die Zukunft wird somit zeigen, welches der drei Format die Nase vorn hat.